Häufige gestellte Fragen zur neuen Messtechnik

Hier haben wir für Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Messstellenbetriebsgesetz und intelligente Messsysteme zusammengestellt. Weitere häufig gestellte Fragen finden Sie auch auf den Seiten des BMWi.

 

 

Betroffene Kunden

 

Welche Kundengruppen sind von der Einbauverpflichtung betroffen?

Voraussichtlich ab Ende 2017 wird (in Abhängigkeit der Verfügbarkeit der neuen Messtechnik) bei Verbrauchern mit einem Stromverbrauch über 10.000 Kilowattstunden mit dem Einbau von intelligenten Messsystemen begonnen. Ebenso werden ab diesem Zeitpunkt Erzeugungsanlagen, zum Beispiel eine Photovoltaikanlage mit über 7 Kilowatt installierter Leistung, mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet. Auch Verbraucher mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung, wie etwa einer Wärmepumpe oder einer Speicherheizung, werden mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet, wenn sie an einem sogenannten Flexibilitätsmechanismus teilnehmen. Ab dem Jahr 2020 startet dann der Einbau intelligenter Messsysteme bei Verbrauchern über 6.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch in Deutschland.

Was passiert bei Verbrauchern die einen Stromverbrauch von weniger als 6.000 Kilowattstunden aufweisen?

Der bisherige Zähler soll schrittweise durch eine zukunftstaugliche Technologie, der sogenannten modernen Messeinrichtung ersetzt werden. Weitere Informationen zu den modernen Messeinrichtungen finden Sie hier.

Optional kann aber auch bei diesen Verbrauchern ein intelligentes Messsystem eingebaut werden, wenn der grundzuständige Messstellenbetreiber dies für erforderlich hält.

Welche Kosten fallen für den Verbraucher oder Anlagenbetreiber an?

Der Gesetzgeber hat für die intelligenten Messsysteme, die vom grundzuständigen Messstellenbetreiber eingebaut werden jährliche Preisobergrenzen festgelegt. Diese liegen aktuell bei 100 Euro für Jahresverbräuche von über 6.000 Kilowattstunden bis hin zu 200 Euro jährlich bei Hochverbrauchern bis 100.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch. Die Mehrkosten werden den Kunden, je nach Vereinbarung, entweder über die Stromrechnung oder direkt von dem Messstellenbetreiber in Rechnung gestellt. Zusätzliche Kosten durch gegebenenfalls notwendige Umbauten des Zählerplatzes für den Einbau der neuen Zähler sind davon jedoch noch nicht mit umfasst. Die detaillierten Preisblätter finden Sie hier.

Gibt es, etwa bei einem Mieterwechsel, einen neuen PIN-Code für den Zähler?

Die anfangs festgelegte PIN ändert sich bei einem Mieterwechsel nicht. Wenn der neue Mieter die Zähler-PIN beantragt, bekommt er den gleichen Code zugeschickt wie sein Vormieter. Es besteht aber die Möglichkeit, die gespeicherten Messdaten bei einem Umzug zu löschen.

Kann der Einbau vom Kunden zeitlich beeinflusst werden und zum Beispiel auf das Ende des jeweiligen Pflichteinbauzeitraums verschoben werden?

Das Messstellenbetriebsgesetz sieht vor, dass der jeweilige grundzuständige Messstellenbetreiber innerhalb der gesetzlichen Leitplanken den jeweiligen Umbauzeitpunkt nach individuellen Anforderungen selbst vorgeben kann.

 

Vorteile der neuen Messtechnik

 

Welchen Mehrwert bringt die Umrüstung auf ein intelligentes Messsystem?

Die üblicherweise eingebauten Ferrariszähler erfassen lediglich den Verbrauch. Um beispielsweise einen Jahresverbrauch zu erfassen, musste man den Zählerstand am Zähler ablesen. Das ändert sich jetzt. Neben der reinen Mengenerfassung, also der Erfassung, wie viele Kilowattstunden verbraucht wurden, kommt nun die zeitliche Komponente hinzu. Diese Verbrauchsdaten werden direkt erfasst und eigenständig übermittelt.

Mittels einer Visualisierungslösung können dann Tages-/Wochen-/Monats- und Jahresstromverbrauch sowie die zugehörigen Kosten, Durchschnittsverbrauchs- und kostenwerte und Vergleiche mit der Vorperiode angezeigt werden. Außerdem kann der Kunde seinen Abschlag ändern und Alarmbenachrichtigungen zum Beispiel im Falle eines höheren Verbrauchs als im Vormonat einstellen.

Außerdem besteht nun die Möglichkeit monatliche Stromrechnungen statt Abschlagszahlungen zu erhalten.

Können auch Einsparungen gegenüber einem üblichen Zähler erzielt werden?

2013 veranlasste das BMWi eine Kosten-Nutzen-Analyse, welche aufzeigte, dass beispielsweise Kunden mit einem Jahresstromverbrauch von 6.000 kWh etwa 80€ pro Jahr sparen können.

 

gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen

 

Ist der Einbau einer modernen Messeinrichtung beziehungsweise eines intelligenten Messsystems gesetzlich verpflichtend?

Am 2. September 2016 ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende inklusive des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) in Kraft getreten. Dort ist genau festgelegt, welche Fallgruppen in welchen Zeiträumen zu welchen Kosten mit welcher Messtechnik vom grundzuständigen Messstellenbetreiber umzurüsten sind.

Was will der Gesetzgeber mit dem Gesetz erreichen?

Ziel der neuen Rechtslage ist es zum einen mehr Transparenz über den Stromverbrauch zu schaffen, zum anderen durch die Etablierung einer Kommunikationsplattform das Stromangebot und die Stromnachfrage besser in Einklang zu bringen. Dies unterstützt letztendlich die Integration der Erneuerbaren Energien in den Strommarkt, hilft nachhaltig dabei den Energieverbrauch zu senken und die Netze zu entlasten. Schiebt sich beispielsweise eine Wolke vor die Sonne, wird die sinkende Photovoltaikeinspeisung registriert und an anderer Stelle durch das Hochfahren von Kraftwerken ausgeglichen. Wird das Stromnetz stark belastet, können bei Kunden steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Speicher entsprechend intelligent gesteuert werden. Das hilft Netzstörungen zu vermeiden. Damit dies funktionieren kann, werden die intelligenten Messsysteme in ein Kommunikationsnetz eingebunden.

Können Verbraucher mit geringerem Verbrauch ihren Zähler auch ohne die gesetzliche Verpflichtung umrüsten lassen?

Alle Verbraucher können sich in der Regel auch unabhängig von der Höhe ihres Stromverbrauchs freiwillig für den Einbau eines intelligenten Messsystems entscheiden und auf ein entsprechendes Angebot eines wettbewerblichen Messstellenbetreibers eingehen.

 

Einbau

 

Wie und mit welchem zeitlichen Ablauf erfolgt die Umrüstung?

Die Verbraucher werden mindestens 3 Monate vor dem geplanten Umbauzeitpunkt von uns als dem grundzuständigen Messstellenbetreiber individuell informiert. Der jeweilige Stromlieferant des Kunden wird ebenfalls vom grundzuständigen Messstellenbetreiber über den Umbauzeitpunkt informiert. Dieser wird ebenso vor dem Umbau mit seinen Kunden Kontakt aufnehmen, um diese mit ausreichend Informationen und gegebenenfalls einem speziellen Angebot zu versorgen. Neben dem grundzuständigen Messstellenbetreiber hat der Kunde zudem die Möglichkeit, sich an einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber zu wenden und diesen mit dem Einbau eines intelligenten Messsystems oder einer modernen Messeinrichtung zu beauftragen.

Welche Akteure treten auf?

Lieferant: Das Unternehmen, das Kunden mit Strom und Gas beliefert

Netzbetreiber: Betreiber des örtlichen Strom- oder Gasverteilnetzes

grundzuständiger Messstellenbetreiber: In der Regel der örtliche Netzbetreiber

wettbewerblicher Messstellenbetreiber: Ein weiterer, vom örtlichen Netzbetreiber/Messstellenbetreiber unabhängiger Anbieter von Leistungen zum Messstellenbetrieb. Aufgrund der Liberalisierung des Marktes kann der Kunde seinen Messstellenbetreiber (genau wie seinen Stromlieferanten) frei wählen

Wer hat die Kosten für Einbau, Betrieb und Wartung der moderne Messeinrichtung/des intelligenten Messsystems zu tragen?

Die jährlichen Kosten trägt grundsätzlich der Verbraucher beziehungsweise der Anlagenbetreiber. Bei der Festlegung der Kosten ist der grundzuständige Messstellenbetreiber jedoch an die gesetzlich festgelegten Preisobergrenzen gebunden und darf diese nicht überschreiten. Die Abrechnung der Kosten für den Messstellenbetrieb erfolgt in der Regel - wie bisher auch - über die Stromrechnung, es sei denn zwischen Stromlieferant und Verbraucher wurde eine andere Vereinbarung getroffen. Die eventuell anfallenden zusätzlichen Kosten im Falle eines notwendigen Umbaus des Zählerplatzes trägt der Eigentümer des Gebäudes.

 

Technik

 

Was sind moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme?

moderne Messeinrichtungen: Moderne Messeinrichtungen werden im Gegensatz zu intelligenten Messsystemen nicht fernausgelesen. Sie bieten allerdings die Möglichkeit auf einem digitalen Display aktuelle Verbrauchsdaten abzulesen. So können sowohl der tatsächliche Energieverbrauch, als auch die zugehörige Nutzungszeit am Gerät ausgelesen werden. Da keine Fernauslesung möglich ist, entfällt die manuelle Auslesung durch den Stromversorger oder den Kunden nicht. Moderne Messeinrichtungen können mit einem Smart-Meter-Gateway erweitert werden, wodurch die Nutzung als intelligentes Messsystem und dementsprechend auch die Fernauslese möglich wird.

intelligente Messsysteme: Beim klassischen Stromzähler konnte der Verbraucher den aktuellen Gesamtstromverbrauch ablesen – sonst aber auch nichts. Ein intelligentes Messsystem bietet deutlich mehr als das: es registriert kontinuierlich den Verbrauch und speichert unter anderem präzise ab, zu welcher Zeit wie viel Strom benötigt wird. Via Kommunikationseinheit – dem so genannten „Smart Meter Gateway“ – werden die vereinbarten Verbrauchswerte direkt an den Stromversorger übermittelt. Sie als Kunde können ebenfalls immer genau sehen, was „Sache ist“. Darüber hinaus ist das intelligente Messsystem für dezentrale Stromerzeuger (etwa mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach) relevant. Auch hier können wichtige Daten erfasst werden, um die Einspeiseregelung zu erleichtern.

Werden deutschlandweit einheitliche Geräte verbaut?

Es gibt viele unterschiedliche Hersteller, die jedoch nach dem Messstellenbetriebsgesetz gleichermaßen die gesetzlichen (funktionalen) Mindestanforderungen, erfüllen müssen.

 

Datenübertragung und Datenschutz

 

Welche Daten werden vom intelligenten Messsystem erfasst und übermittelt?

Es werden in der Regel alle 15 Minuten die Zählerstandswerte/Lastgänge erfasst und an das Smart-Meter-Gateway weitergeleitet. Diese Kommunikationseinheit verarbeitet die Daten und übermittelt sie automatisiert an den jeweiligen Messstellenbetreiber.

Eine Datenübermittlung nach außen wird ausschließlich für die energiewirtschaftlich zwingend notwendigen Anwendungsfälle vorgesehen. Ein höherer Datenverkehr bedarf stets der Zustimmung des Kunden. Nur wenn der Kunde mit seinem Stromlieferanten einen Vertrag über ein Produkt/Tarif geschlossen hat, der eine feinere Messung und häufigere Übermittlung erfordert, werden die dafür erforderlichen Daten an den Netzbetreiber und Lieferanten versendet.

Wie funktioniert die Datenübertragung?

Die Art der kommunikativen Anbindung des intelligenten Messsystems ist abhängig vom Messstellenbetreiber und gegebenenfalls der Situation beim Kunden vor Ort. Als Lösungen existieren unter anderem die Übertragung über das Mobilfunknetz, per WLAN oder via Powerline.

Wer verwaltet und verarbeitet die Daten?

Der Messstellenbetreiber erhält die Messwerte aus dem Smart Meter Gateway und übermittelt diese an den Netzbetreiber. Der Netzbetreiber übermittelt die Messwerte wiederum an den Lieferanten. Diese Vorgänge werden unter Einhaltung der Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik durchgeführt.

Wodurch werden Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet?

Um ein einheitliches und sehr hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten, erklärt das Messstellenbetriebsgesetz entsprechende Schutzprofile und Technische Richtlinien für intelligente Messsysteme zur Gewährleistung von Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität für verbindlich. Diese wurden im Auftrag des BMWi vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit Branchenvertretern unter enger Einbindung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, der Bundesnetzagentur und der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt erarbeitet. Die mehrere hundert Seiten umfassenden Dokumente sind auf der Homepage des BSI (www.bsi.bund.de) veröffentlicht. Mit einem Siegel des BSI werden nur solche Systeme ausgezeichnet, die die sehr hohen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen nachweislich erfüllen.

Was passiert bei etwaigen Funklöchern im Mobilfunknetz?

Für den Fall eines vorübergehenden Ausfalls der Kommunikationsverbindung, werden die Daten im Smart Meter Gateway gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt übertragen.

Fallen beim Verbraucher zusätzliche Kosten für die Datenübertragung an?

Selbstverständlich fallen für den Kunden keine zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit der Datenübertragung durch den grundzuständigen Messstellenbetreiber an. Diese Kosten sind bereits in der Preisobergrenze mit einkalkuliert.